GenFingerprint

Zeitlupe gGmbH

Die Zeitlupe gemeinnützige Gesellschaft zur Erhaltung untergehender Kulturgüter widmet sich seit ihrer Gründung 2018 den in ihrer Satzung festgeschriebenen Zwecken: Förderung von Kunst, Kultur sowie Umwelt- und Naturschutz. Im Bereich Umwelt- und Naturschutz steht der Erhalt alter Obst- und Wildobstsorten im Fokus. Insbesondere gelten dabei über Generationen selektierte oder gezüchtete Obstsorten als erhaltenswerte Kulturgüter. Auf den von Zeitlupe betreuten Flächen finden sich Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Quitten, Nüsse, Mispeln, Speierlinge, Beerenobst in einer Vielfalt von über 1.000 Sorten. Diese erhalten einen sicheren Standort, werden durch Weitergabe an Dritte wieder vermehrt und so die genetische Vielfalt gesichert. 

Zeitlupe übernimmt auch die Pflege von Altbeständen bei Partnern in Schleswig- Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Um das Wissen zu den alten Sorten, deren Pflege und Vermehrung zu fördern, bietet Zeitlupe Kurse zur Obstbaumpflege und Veredelungsseminare sowie gemeinsam mit Kooperationspartnern Bildungsangebote für alle Altersklassen an. Auf den Höfen einiger Partnerbetriebe leben und arbeiten Menschen mit Assistenzbedarf, die durch die Mitarbeit auf den Pflanzungen sowie in der Obstverarbeitung eine sinnvolle Aufgabe finden. Wissenschaftliche Fragestellungen werden schrittweise mit verschiedenen Partnern in die Arbeit von Zeitlupe integriert, z.B. durch die Bestimmung von Obstsorten über den genetischen Fingerprint. Die Bibliothek zur Sortenkunde und zum Obstbau schafft eine Verbindung zwischen Kunst, Kultur und Umwelt- und Naturschutz.

Der Projektpartner hat sich bei der Veolia Stiftung um Fördermittel für das Projekt „GenFingerprint: Zukunftsweisender Obstsortenerhalt unter Einbindung des genetischen Fingerprint für 1.500 Obstsorten“ beworben. Das Projekt wird eine Laufzeit von drei Jahren haben und folgende Schritte durchlaufen:

  • Erstellen von Listen zu prüfender Sorten
  • Entnehmen der Blattproben aus den Erhaltersammlungen und Versand ans Labor
  • Ermittlung des Fingerprints und Bereitstellung der Daten.

Das Verfahren des genetischen Fingerprints hat Zeitlupe in einem vorhergehenden Projekt bereits für 1.000 Birnensorten umgesetzt. Für die Absicherung des Wissens und die zukünftige Verwendung alter Sorten wären Fingerprints für 1.000 Apfelsorten und 500 Kirschsorten notwendig.

Die Initiatoren möchten den Wert der alten Sorten für eine zukünftige Landwirtschaft herausarbeiten, damit der Schwund nicht weiter geht und die Sorten auch für neue Züchtungen wieder Verwendung finden. Deshalb sind ebenfalls Gegenstand des Projekts:

  • Weitergabe der Ergebnisse und der Meta-Daten an alle Interessierten (Forschungsinstitute, Züchter, Vereine etc.) im In- und Ausland
  • Regelmäßige Ausstellungen / Sortenbestimmungen für die Öffentlichkeit 
  • Durchführung von Sortenbestimmungsseminaren
  • Abgleich von externen Fingerprinten mit der Datenbank, auch für Dritte
  • Weitergabe von Edelreisern zwecks Verbreitung der Sorten
  • Verfassen von aktuellen, modernen Sortenbeschreibungen.

Die Veolia Stiftung wird dieses Vorhaben, das insgesamt rund 217.000 Euro kosten wird, mit Fördermitteln in Höhe von je 7.000 Euro für die Jahre 2026, 2027 und 2028 unterstützen. Die Projektpatenschaft hat Natalie Schnar, Managerin für Vielfalt und Teilhabe bei der Veolia Holding Deutschland, übernommen.